Kinder im Strassenverkehr | Drucken |

Der Alltag und die Entwicklung der Kinder sind durch den Strassenverkehr geprägt. Leider findet aus verschiedenen Gründen eine zunehmende Verdrängung der Kinder von der Strasse weg statt, die dazu führt, dass die Kinder später selbständig werden, weniger Bewegung haben und weniger Freunde treffen können. Dies wiederum schädigt die persönliche Entwicklung der Kinder, insbesondere ihr Selbstwertgefühl und das Vertrauen in ihre Kompetenzen. Aber auch das Quartierbild verändert sich: An Stelle der sich begegenenden Erwachsenen und spielenden Kinder nimmt der Strassenverkehr den Platz ein, das Quartier verliert an Lebendigkeit.

Wir setzten uns daher für Begegnungszonen und Tempo 30 in den Quartieren ein sowie für  die Vernetzung der Strassenräume untereinander und sichere Fusswege zu den für die Kinder wichtigen Aufenthaltsorten wie Schule, Kindergarten oder Spielplätze.

 

Die besondere Gefährdung der Kinder im Strassenverkehr ergibt sich, weil sie einerseits auf Grund ihrer Entwicklung weniger gut in der Lage sind, sich sicher im Strassenverkehr zu bewegen: Sie sind ablenkbarer und impulsiver, können Distanzen und Geschwindigkeiten weniger gut einschätzen und haben ein geringeres Gefahrenbewusstsein. Ausserdem haben sie ein viel kleineres Sichtfeld (siehe unten), haben dadurch weniger den Überblick und werden auf Grund ihrer Körpergrösse weniger gut gesehen .

 

Quelle: Verkehrsinstruktion der Kantonspolizei Bern, zum Artikel

 

2008 wurden in der Schweiz wurden 1711 Kinder bis 14 Jahre im Strassenverkehr verletzt, 10 Kinder verloren dabei ihr Leben. 989 der Kinder sind als Fussgänger oder Velofahrer betroffen.

Das häufigste Fehlverhalten der Kinder als Fussgänger geschieht durch plötzliches Überqueren der Fahrbahn und plötzliches Hervortreten hinter Sichthindernissen, während Kinder als Velofahrer oft die Strasse falsch benützen, Vorfahrtsfehler oder Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren begehen.

Das Unfallrisiko kann durch Verringerung von Fahr- und Kollisionsgeschwindigkeiten, durch vorsichtiges Verhalten der Autofahrer gegenüber den Kindern, aber auch durch Verkehrserziehung verringert werden.


Wir setzen uns daher dafür ein, dass verkehrsberuhigende Massnahmen keine Sichthindernisse erzeugen, die den Blickkontakt zwischen Fussgängern und Automobilisten behindern.